Fellweste – Schnittänderung

Schnitt-Abänderung und Nähen einer Fell-Weste

Eine Fellweste – natürlich aus fake fur und nicht echtem Pelz – ist kein Hexenwerk. Ungefüttert ist sie total schnell genäht und verlangt auch keinen allzu akkurat passenden Schnitt. Die Weste soll keinen Übertritt haben, also in der Vorderen Mitte VM Stoß an Stoß aneinanderpassen und offen oder mit einem Gürtel getragen werden.

Schnittänderung, Schnittanpassung

Die Schnittentwicklung, Erweiterung eines (selbsterstellten oder gekauften) Kleid- oder Pullover-Grundschnittes zu einem Westenschnitt, ist recht einfach.

Bei einer Oberweite von 91 cm lege ich den Schnitt 6-10 cm weiter auf. Hier lege ich 8 cm mehr, also 99 cm an, da ja auch noch ein Pulli darunter passen soll und der Stoff nicht dehnbar ist.

Ich nehme dafür meinen selbst konstruierten Grundschnitt für ein klassisches Strickkleid /Longpulli

http://der-rote-faden.de/wordpress/wp-content/uploads/2016/01/schnittkonstruktion_kleid-11.jpg

den ich allerdings etwas abändern muss:

  • Halsausschnitt enger machen
  • den Gesamtumfang erweitern
  • Armausschnitt vergrößern, damit ein Pulli darunter passt
  • Taille begradigen, die Weste soll nicht tailliert sein

pelzweste1

Der sehr breite Carmen-Ausschnitt wird auf einen engen Halsausschnitt verkürzt. Ich messe am Hals eine gerade Linie, die 16 cm lang ist. So eng möchte ich ihn haben. Das sind 8cm pro Vorderteil-Seite. Ich zeichne ihn ein, indem ich die Schulterlinie bis auf die 8 cm verlängere. Allerdings achte ich darauf, dass ich die Schulter-Schräglinie nicht einfach verlängere, womit die Schulter und der ganze Schnitt erhöht würde, sondern lasse den Punkt der Halsloch-Schulterspitze auf gleicher Höhe wie vorher enden, nämlich 1,5 cm vom oberen Blattende.

pelzweste2

Für die Tiefe messe ich 5 cm, was ich entsprechend dem alten Halsausschnitt abtragen kann. Mit dem Kurvenlineal mache ich eine schöne Rundung.

pelzweste3

Erweiterung des Gesamtumfanges: Bei  8 cm zusätzlicher Oberweite müssen je 2 cm an jedem Schnittteil zugegeben werden. 0,5 cm kann ich an der VM zugeben, also den alten Grundschnitt so weit von der VM versetzt auflegen. Mehr nicht, sonst wird der Halsausschnitt zu weit. Nochmals 0,5 cm kann ich an der Seitennaht zugeben. Das Armloch wird zwar dadurch länger und weiter, das ist aber gewollt. Wenn das Armloch noch größer werden muss, kann es tiefer ausgeschnitten werden.

pelzweste4

Den Rest erweitere ich, indem ich im Bereich der Schulternaht den Schnitt längs, also parallel zur VM bzw. HM durchschneide und den 1 cm zugebe. In diesem Bereich kann ich bis zu 4 cm zugeben, ohne dass sich die Schnittproportionen verändern, was ich beim Armloch und Halsausschnitt nicht kann.

pelzweste5

Ich schneide jedoch den Schnitt nicht durch, sondern falte den 1 cm längs bereits vorher in meinem neuen Papierschnitt ab, zeichne den alten Schnittumfang und korrigiere ihn dann, nachdem ich den weggefalzten 1 cm geöffnet habe. Auch die Schulternaht wird noch etwas angeglichen.

schnittkonstruktion-pelzweste6

den rückwärtigen Halsausschnitt mache ich entsprechend dem alten, nur 1 cm enger, wobei ich darauf achte, dass in der HM, genau wie in der VM der Ausschnitt schön rechtwinklig zur VM/HM steht.

schnittkonstruktion-pelzweste8

An der VM runde ich denÜbergang zum Halsausschnitt noch etwas ab, da kein Kragen eingesetzt werden soll und ich möchte, dass am Hals nicht ein kragenloses Revers spitz absteht.

schnittkonstruktion-pelzweste7

Zuschnitt

Ich habe hier ein leichtes, dünnes Fell / Pelzchen genommen, ein Grauhörnchen fake fur, das weich fällt und nicht allzu sehr aufträgt, damit man es auch im Haus oder Büro anziehen kann.

Bei Fell, auch Fellimitat /fake fur ist beim Zuschnitt unbedingt auf die Strichrichtung des Pelzes zu achten. Der Pelz muss sich von oben nach unten wischen lassen, ohne dass sich dabei die Haare aufstellen, sondern sich legen. Schneidet man alle Teile falsch herum, ergibt sich ein unruhiges Strichbild beim Tragen, da man immer wieder mal mit der hand nach unten streicht. Schneidet man jedoch nur ein Teil falsch herum, sieht es aus als ob man nicht das gleiche, sondern helleres und dunkleres Fell miteinander verarbeitet hat.

 

Ich lege von beiden Seiten jeweils 10 cm Beleg um, da ich beim Aufklappen ein schönes Innenleben der Weste, trotz fehlendem Futter, haben möchte.pelzweste9

Dann lege ich das Schnittmuster auf und lasse dabei die Belege am Vorderteil im Bereich VM so eingeklappt, um sie gleich mit zuzuschneiden.pelzweste11

Anschließend schneide ich die kleine Rundung im oberen vorderen Ausschnitt aus.fellweste 001

 

Ich nähe sie schön rund ab, so dass am Ende kein Tütchen, also eine spitze Ecke entsteht. Das sieht man zwar in dem Fell kaum, aber generell ist es immer wichtig, darauf zu achten.Anschließend wende ich diese Revers-Rundung auf rechts und streiche die Naht schön glatt aus.

Die Seitenteile nähe ich nun mit dem Strich nach unten, fange also beim Armloch an.

Dann wende ich den Beleg auf links und steppe, zusammen mit dem Rückenteil, die Schulternaht. Ich stelle fest, dass man die leichte Rundung am vorderen Halsausschnitt kaum sieht, sie verschwindet in dem Fell, daher kann, wer mag, sich die Arbeit sparen und den Halsausschnitt vorne direkt gerade ausschneiden. Das würde auf dem Schnitt so aussehen:

schnitt-westeDann muss nur die kleine Ecke am Ende der Schulternaht und Beginn des Halsausschnittes markiert werden, damit V und R richtig zusammengesetzt werden können.

Jetzt schlage ich am Armloch 1 cm Nahtzugebe um, dieser geringe Umschlag lässt sich auch ohne Ziehen der Nahtzugabe hinkriegen. Möchte man eine breitere Nahtzugabe, muss man einen Beleg in Form schneiden oder einen Schrägstreifen als Beleg für das Armloch annähen.

Da ich auf der einen Seite des Armlochs jeweils gegen den Pelzstrich nähen muss ziehe ich nach dem Nähen die eingeklemmten Pelzhaare vorsichtig mit einem Nahttrenner aus der Naht heraus.

Nun klappe ich den Beleg links auf links um und steppe ihn durch, aber nicht bis unten, damit ich noch den Saum einschlagen kann.

Ich wende den Saum im Bereich des Beleges rechts auf rechts, steppe ihn ab, schlage es zurück und nähe den restlichen Saum um.

Dabei kontrolliere ich nochmals, ob beide vorderen Längen gleich lang sind, ansonsten kann ich auf der einen Seite etwas mehr Saum einschlagen.

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